Besser Schlafen – aber wie?

„Schlaf ist die beste Medizin“ – das alte Sprichwort kennt vermutlich jeder. Doch die Bedeutung von gutem Schlaf rückt zunehmend auch in den Fokus der Wissenschaft. Und dies nicht zuletzt, da in Zeiten des Leistungsdrucks, Stress, Dauervernetzung und ständiger Erreichbarkeit Schlafprobleme im 21. Jahrhundert mehr und mehr zur neuen Volkskrankheit entwickelt. Doch Schlafmangel ist kein Schicksal mit dem man sich abfinden muss.

Wofür braucht der Körper Schlaf?

Schlaf wird für eine ganze Reihe bedeutender Mechanismen im Körper benötigt. Die wichtigsten:

  • Reguliert das Immunsystem.
  • Reguliert die Zellerneuerung – darunter auch die Nervenzellen.
  • Reguliert die Hormonproduktion im Körper.
  • Regeneriert das Gehirn, indem mithilfe des sog. Glymphatischen System dieses während dem Schlafen von „Abfallprodukten“ befreit wird, die sich im Laufe des Tages angelagert haben.
  • Die Eindrücke des Tages werden verarbeitet und das Wissen gefestigt.

Was passiert bei Schlafmangel? Risiken & Co.


Schlafmangel führt nicht nur zu Müdigkeit und schlechter Laune, sondern besitzt auch ernstzunehmende Risiken für die allgemeine Gesundheit:

  • Erhöhter Blutdruck und Gefahr von Herzkrankheiten nimmt zu.
  • Der Hormonhaushalt gerät aus der Bahn und es kommt zur erhöhten Produktion von Hormonen, die den Appetit anregen (Leptin & Ghlerin). Die Folge: Heißhungerattacken und Gewichtzunahme.
  • Die körpereigenen Abwehrkräfte sind geschwächt.
  • Der Anteil an freien Radikalen im Körper nimmt zu. Diese können die Zellen beschädigen und weitere Krankheiten bedingen.
  • Erhöhter Ausstoß des Stresshormons Kortisol im Körper und daher: ein erhöhter Stresspegel.
  • Die schlechte Laune kann sich zu Depressionen entwickeln (auch Nervenzellen regulieren sich während wir Schlafen!)

Was kann ich tun, um endlich wieder besser schlafen zu können? 5 Punkte zur erfolgreichen „Schlafhygiene“

  • Bestimmte Lebensmittel fördern guten Schlaf, darunter etwa Eier (aufgrund der Aminosäure Tryptophan), oder verschiedene Kräutertees (Passionsblume, Baldrian etc.)
  • Schwere, stärkehaltige Speisen sollten vor dem Schlafen vermieden werden, da der Körper sonst (statt nächtlichem Regenerieren) mit der Verdauung zu tun hat.
  • Sport! Das scheinbare Wundermittel gegen sämtliche Beschwerden hilft ebenfalls nachweislich bei Schlafstörungen.
  • Ausreichend Tageslicht tanken! Als Lebewesen sind wir einem jahrtausendealten Tag-Nacht-Rhythmus unterworfen, ganz gleich wie schnell sich die Welt modernisiert. Der Körper benötigt für die Melatoninsynthese ausreichend Licht, und wir benötigen wiederum das „Schlafhormon“ Melatonin, das für das Gefühl der Müdigkeit sorgt und unsere „innere Uhr“ reguliert.
  • Wie Studien zeigen, so stört auch Smartphone und Computer den körpereigenen Tag-Nacht-Rhythmus – aufgrund des Blaulichts. Abendliches Emailchecken, Social Media & Co. führen also nicht nur zu einem Overload an Input, auch physikalische Faktoren wie Strahlung spielen eine Rolle bei Schlafproblemen.

Yoga statt Schlaftabletten


Oftmals liegen die Ursachen der Schlafprobleme in unverarbeiteten Problemen, Stress und Unausgeglichenheit. Statt mithilfe chemischer Hilfsmittel lediglich die Symptome zu bekämpfen und dabei Nebenwirkungen in Kauf nehmen, sollten Wege gefunden werden, das Problem an der Wurzel anzupacken. Natürlich sind mentale Probleme immer komplex, allerdings lassen sich auch diese mithilfe von körperlicher Betätigung unterstützend bekämpfen.

Mittlerweile konnten zahlreiche wissenschaftliche Studien den positiven Einfluss von Joga auf Psyche, und Schlaf nachweisen. Dies liegt u.A. daran, dass es beim regelmäßigen Workout im Gehirn zu einem erhöhten Ausstoß des Hormons GABA kommt – neben Endorphinen und Serotonin.

Fazit:

Schlechter Schlaf hat starken Einfluss auf Alltag und Gesundheit. Wer schlecht schläft sollte sich nicht damit abfinden und selbst aktiv werden. Dabei gilt: statt Symptome zu behandeln den Ursachen auf den Grund gehen! Schlafprobleme besitzen zudem häufig mehrere Ursachen, sodass das Problem immer aus einer ganzheitlichen Perspektive betrachtet werden sollte.

Quellen:

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/

https://www.hopkinsmedicine.org/

Liebe Grüße
Isabelle

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