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Warum ist Gesetzlich alles so schlecht geregelt?

Verfasst: 27.03.2008 21:01
von Xenia-Liliana
Huhu zusammen...Hoffe habe den Titl einiger maßen getroffen???

Also..ich erzähle mal...

Von meiner Sis der Freund wurde nun auch von seiner Arbeitsfirma gekündigt.(War als Maurer tätig).Und soll ich sagen wieso??Weil die Chefs nun nicht mehr das Eingliederungsgeld(heisst glaub ich so) in höhe von 800€ bekommen..
Die Chefs haben ihm gesagt das er gekündigt worden ist weil die Firma pleite ist...Na Popo lecken...Haben aus Jux und tollerei da angerufen (Mein Stiefpapa)und haben uns da beworben..Da sagten die:wir kämen ein bissel zu spät da sie schon jemanden ab dem 1.4 haben...Na resultat:Den den sie eingestellt haben ist bestimmt jemand vom Arbeitsamt..Nun bekommen die wieder ihr Eingliederungsgeld...

Heute war der Freund von meiner Sis bei der Arge..Die sagten das er gekündigt worden sei und die geschriben haben das er daran Schuld wäre *ohne nähere begründung warum*...Und nun??Er bekommt sperre...Solche miesen Gesetzte und die kommen damit durch *aufreg*

Oder kann man i-was dagegen machen??

Verfasst: 27.03.2008 21:50
von Melinde
Kündigung bedarf der Schriftform, mündlich gilt nicht.
In der Kündigung ist der Grund anzugeben, ausser innerhalb der Probezeit.
Sofort zur Gewerkschaft, Rechtsrat und Unterstützung holen.
Wenn nicht Gewerkschaftsmitglied, (wieso eigentlich nicht?) dann Beratungshilfeschein und zu einem Fachanwalt für Arbeitsrecht und Kündigungsschutzklage.
Nicht lange warten, aktivwerden.
Gruss und alles erdenklich Gute

So, jetzt mal meine persönliche Meinung zu vorliegendem Fall, man möge mir die scharfen Worte nachsehen.
Diese Schweine haben als Grund für die Kündigung schuldhaftes Verhalten des Arbeitnehmers angegeben damit sie diesen Eingliederungszuschuss nicht zurückzahlen müssen. Wenn auf den gleichen Arbeitsplatz ab 1.4. wieder ein förderungswürdiger Kandidat eingestellt wird wiederholt sich das Spielchen nach einiger Zeit wieder und wieder und wieder.
Warum es gesetzlich so schlecht geregelt ist?
Ist doch wunderbar geregelt, für die Interessen des Kapitals.
Denn denen ist die Bande die sich Volksvertreter nennt doch mehr verpflichtet als dem Volk.

Verfasst: 28.03.2008 15:58
von buxi
ganz richtig Melinde und deshalb kann ich auch jeden hier im Forum gut verstehen, der sich dreht und windet und nach Lösungen und Tips sucht, um nicht bei einer Zeitarbeitsfirma arbeiten zu müssen.

Solche Fälle gehören vermehrt der Presse und den Medien gemeldet, ich finde es wirklich skandalös, daß diese dubiosen Machenschaften von der Arge nicht nur geduldet sondern gefördert und unterstützt werden.

Die ALG II Empfänger bekommen das Geld gestrichen und die Zeitarbeitsfirmen bekommen es in den Hintern geblasen.

Ist das wirklich noch unser Sozialstaat???

Gruß und schönes WE buxi

Verfasst: 29.03.2008 06:08
von Melinde
Hallo buxi
Das betraf noch nichtmal eine Zeitarbeitsfirma, auf den Dreh kommen immer mehr Firmen.
Solche Fälle in die Presse zu kriegen ist äusserst schwierig, es interessiert fast keinen und die Medien sind doch auch schon „gleichgeschaltet“ (komisch, bei dem Begriff „Gleichschaltung der Medien“ streifen noch ganz andere Befürchtungen den Horizont meiner Gedanken)
Zu aufklären und deutlich machen was abläuft kann man auch selber im bescheidenen Rahmen aktiv sein.
Zum Beispiel mal: so in etwa. Oder man bringt im Laufe von Gesprächen Hintergrundinformationen ein. Bei uns im Ort plant ein Discounter die Ansiedlung. Der mit der blauen Schrift im gelben Kreis mit dem verrutschten roten 2. Buchstaben (ist glaube ich Grosskunde bei Überwachungskameras). Gemeinde jubelt über die versprochenen neuen Arbeitsplätze, örtliche Presse läuft schon im Vorfeld über mit ganzseitigen Werbeanzeigen. Kaum einer hier im Ort weiss wie die „Schaffung von neuen Arbeitsplätzen“ ausschauen wird. Da kann man dann erklären wie das mit den betrieblichen Trainingsmassnahmen aussieht bei denen sich dieser Discounter sicherlich auch bedienen wird, genauso wie andere das tun. ARGE schickt haufenweise Bewerber hin, die räumen die Regale voll und dann „tschüss“, eventuell ein geringfügiger Job, kann ja aufgestockt werden wenn es nicht zum Leben reicht. Und derweil macht der nächste kleine Laden dicht, einer der ausbildet und anständig zahlt.
„……..In diesem Zusammenhang wurde im Zuge der
Ansiedlung des Güterverteilzentrums auch
ein Qualifi zierungsprogramm zur Integration
von Langzeitarbeitslosen gemeinsam mit dem
Unternehmen geplant und organisiert. Das
Programm wurde von ProArbeit und LIDL ge-
nau auf die spezifi schen Qualifi kations- und
Arbeitsanforderungen im Güterverteilzentrum
ausgerichtet. Konzipiert wurde eine spezielle
modulare Qualifi zierung im Bereich der Lager-
wirtschaft/Logistik. Durch diese effektive und
effi ziente Vorab-Qualifi zierung konnten dem
Unternehmen geeignete Arbeitskräfte zur Ver-
fügung gestellt werden. Die positive Resonanz
beim Unternehmen hat bewirkt, dass LIDL
diese Art von interner Weiterbildung auch auf
andere Niederlassungen übertragen will………..“

Quelle auf Seite 4 der Broschüre.

Genauso wie die „Weiterbildungsoffensive“ für den Bereich Pflegehelfer letzten Herbst hier in der Region, alles schon zur Vorbereitung der Pflegereform.

Du fragst Dich ob das ein Sozialstaat ist? Setz ein A davor.
Gruss und schönes Wochenende